Luise Büchner-Preis aktuell

 

 

Pressemitteilung
Luise-Büchner-Preis für Publizistik 2021

 

Luise Büchner-Preisträgerin 2021: Florence Hervé

Preisverleihung am Sonntag, den 12.12.2021 in Darmstadt

 

 

Darmstadt, 15.07.2021 Nachdem 2020 wegen der Covid-19-Pandemie der Luise-Büchner-Preis für Publizistik nicht verliehen werden konnte, lobte die Jury in diesem Jahr die deutsch-französische Literaturwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Florence Hervé als Preisträgerin aus.

 

 

Begründung der Jury: 

Die deutsch-französische Germanistin und Feministin Dr. Florence Hervé engagiert sich seit Beginn ihrer publizistischen Tätigkeiten im Jahr 1969 nicht nur als Autorin, Journalistin, Übersetzerin und Herausgeberin für eine Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Seit den 70er Jahren ist sie darüber hinaus in der europäischen und internationalen Frauenbewegung politisch aktiv: Sie war u. a. eine der Mitbegründerinnen der Demokratischen Fraueninitiative und war von 1994 bis 2002 im Leitungsteam der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF).

1944 in Frankreich geboren, studierte sie Germanistik in Bonn, Heidelberg und Paris, wo sie mit dem Staatsexamen und anschließender Promotion (1976) als Germanistin abschloss. Zunächst schrieb sie als freiberufliche Journalistin für verschiedene Zeitungen, darunter die „Frankfurter Rundschau“, „Allemagne d‘aujourd’hui“ und „junge Welt“. 1973 veröffentlichte sie ihre soziologische Untersuchung „Studentinnen in der BRD“, seit 1982 ist Hervé Mitherausgeberin der Zeitschrift „Wir Frauen“ und seit 1979 des jährlich aufgelegten gleichnamigen Frauenkalenders.

Als Autorin und Herausgeberin u. a. von Literatur von Frauen zu verschiedenen Themen, über die „Geschichte und Perspektive der demokratischen Frauenbewegung: Brot & Rosen“ oder „Leben, frei und in Frieden ‒ Frauen gegen Faschismus und Krieg“ setzte sie Zeichen, denn ohne die Frauen der Vergangenheit wäre die Frauenbewegung nicht dort angelangt, wo sie heute steht. Und sie setzt immer noch Zeichen mit ihren jüngsten Biografien über Clara Zetkin (2020) und die Anarchistin Louise Michel (2021), stets eingebettet in den sozial-politischen Kontext von Gerechtigkeit und Demokratie, gegen Nationalismus, Antisemitismus und Fremdenhass und konsequent in der mangelnden Aufarbeitung der Nazizeit im Nachkriegsdeutschland: „Die Gleichberechtigung der Frau lässt sich eben nicht trennen von einer humanen Gesellschaft.“ (Florence Hervé)

 

Die Luise-Büchner-Gesellschaft zeichnet eine überzeugte Feministin für ihr bisheriges Lebenswerk aus, das in der Zugänglichmachung der Geschichte der Frauenbewegung die historische Kontinuität offenlegt, nicht als Selbstzweck, sondern um in unserer Zeit für die Sichtbarmachung frauenspezifischer Situationen und Problematiken sowie für Veränderung einzutreten.

 

Der Preis:

Der im Jahr 2012 ins Leben gerufene Luise-Büchner-Preis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, die in Artikeln und/oder Büchern die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in Vergangenheit und Gegenwart aufdecken und für die Gegenwart Wege zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft aufzeigen. Der Preis ist dotiert mit einer Geldsumme von 2.500 Euro sowie mit der Gestaltung einer Zeitungsseite des „Darmstädter Echo“. Das Preisgeld wird vom Lions-Club Darmstadt-Louise Büchner zur Verfügung gestellt. Der Preis wird jährlich zum Todestag von Luise Büchner (*12. Juni 1821 in Darmstadt; † 28. November 1877 ebenda) am Ende eines Jahres vergeben.