Luise-Büchner-Preis für Publizistik

Mit dem 2012 etablierten Preis sollen Autorinnen und Autoren ausgezeichnet werden, die in Artikeln und/oder Büchern die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Gegenwart aufdecken und Wege zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft aufzeigen.

Der Preis ist dotiert mit einer Geldsumme von 2.500 Euro sowie mit der Gestaltung einer ganzen Zeitungsseite des Darmstädter Echo in Abstimmung mit dessen Redaktion. Damit soll der Preisträgerin oder dem Preisträger die Möglichkeit eröffnet werden, sich der Öffentlichkeit unabhängig von einem redaktionellen Auftrag vorzustellen.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine mindestens siebenköpfige Jury, die der Vorstand der Gesellschaft beruft. Neben drei Beauftragten des Vorstandes gehören ihr jeweils ein/e Vertreter/in der Stadt Darmstadt, des Darmstädter Echo und weitere publizistisch tätige Personen an. Der Preis soll jährlich zum Todestag von Luise Büchner (28. November) oder zeitnah vergeben werden. Die PreisträgerInnen vergangener Jahre werden eingeladen, die Jury mit Hinweisen und Vorschlägen zur Auswahl der neuen Preisträgerin oder des neuen Preisträgers zu unterstützen. Der Preis wird in Darmstadt vergeben.

 

AKTUELLE PREISTRÄGERIN

Luise Büchner-Preisträgerin 2017: Dr. Barbara Beuys

Luise Büchner-Preisträgerin 2017: Barbara Beuys
Luise Büchner-Preisträgerin 2017: Barbara Beuys

Aus der Begründung der Jury: Barbara Beuys setzt sich seit vielen Jahren mit den ungewöhnlichen Lebenswegen von Frauen auseinander. Mit ihren fundierten historischen Arbeiten in journalistisch lebendiger Darstellung leistet Barbara Beuys einen wichtigen Beitrag zur Frauengeschichtsschreibung. Damit steht sie in der Tradition Luise Büchners, für die Schreiben und Reden über Geschichte ein wichtiger Teil ihrer publizistischen Arbeit war. Dies dient weiblicher Selbstvergewisserung ebenso wie dem Wissen darüber, dass Frauen einen unersetzlichen Anteil daran haben, Türen zum besseren Verständnis der Welt zu öffnen.


Die bisherigen Preisträgerinnen

Luise Büchner-Preisträgerin 2016: Luise F. Pusch

Luise F. Pusch
Luise Büchner-Preisträgerin 2016: Luise F. Pusch

Aus der Begründung der Jury: „Als Wissenschaftlerin hat Luise Pusch der Frauenbewegung mit der feministischen Linguistik grundlegende Erkenntnisse und unersetzliche Anregungen gegeben. Als Hüterin und Vermehrerin des Schatzes weiblicher Biografien ist sie zu einer Institution weiblichen Selbstverständnisses geworden. Als Publizistin trägt sie zu einer Welt bei, in der Vernunft und Gleichberechtigung die Grundlage menschlichen Zusammenlebens werden sollen. Damit steht sie in der Tradition Luise Büchners, für die die weltbewegende Kraft von historischer Kompetenz und kritischer Publizistik Werkzeug des Fortschritts war.“

 

 

Luise Büchner-Preisträgerin 2015: Barbara Sichtermann

Luise Büchner-Preisträgerin 2015: Barbara Sichtermann
Luise Büchner-Preisträgerin 2015: Barbara Sichtermann

Aus der Begründung der Jury:
Die 1943 in Erfurt geborene Publizistin und Autorin Barbara Sichtermann ist seit 1978 freie Schriftstellerin. Ihre Veröffentlichungen (in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen) stellen sich mit erfrischend moderner Sicht scheinbar klassischen Frauenfragen und rücken diese dahin, wohin sie gehören: in die Mitte der öffentlichen Diskussion.

 

 

Luise Büchner-Preisträgerin 2014: Lisa Ortgies

Luise Büchner-Preisträgerin 2014: Lisa Ortgies
Luise Büchner-Preisträgerin 2014: Lisa Ortgies

Aus der Begründung der Jury:
Lisa Ortgies moderiert seit 1997 die WDR-Sendung „FrauTV“. Dort gelingt es ihr stets, informativ und aufklärerisch die noch immer fehlende Chancengleichheit, ungleiche Bezahlung, die Probleme alleinerziehender berufstätiger Mütter, Gewalt gegen Frauen und die Berufswahl junger Mädchen zu thematisieren und dabei  klar feministische Position zu beziehen.

 

Luise Büchner-Preisträgerin 2013: Julia Voss

Luise Büchner-Preisträgerin 2013: Julia Voss
Luise Büchner-Preisträgerin 2013: Julia Voss

Aus der Begründung der Jury:
In Beiträgen zur Kunst- und Wissenschaftsgeschichte stellt sich Julia Voss kundig den weithin verbreiteten Vorurteilen gegen künstlerisch arbeitende Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Regelmäßig macht sie auf „vergessene“ Künstlerinnen außerhalb des offiziellen Kunstbetriebs und der etablierten Kunstinstitutionen aufmerksam.

 

Luise Büchner-Preisträgerin 2012: Bascha Mika

Luise Büchner-Preisträgerin 2012: Bascha Mika
Luise Büchner-Preisträgerin 2012: Bascha Mika                     Foto: Anja Weber

Aus der Begründung der Jury:
Bascha Mika beobachtet mit präzisem und scharfem Blick die Widersprüche der Geschlechterverhältnisse unserer Zeit. In ihren Artikeln, Büchern und Vorträgen weist sie nicht nur auf die strukturellen Hindernisse der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern hin, sondern macht auch auf die unbequeme Wahrheit aufmerksam, dass Frauen oft selbst der Faszination traditioneller Rollen erliegen und ihrer eigenen Selbstbestimmung im Wege stehen.