Luise-Büchner-Bibliothek

 

 

Die Luise-Büchner-Bibliothek

 

Die Luise-Büchner-Bibliothek wurde als Spezialbibliothek für Frauengeschichte und Frauenfragen als eine der ersten dieser Art in Deutschland von Mitgliedern des Darmstädter Frauenrings  Anfang der 1970er Jahre gegründet. Mit der Gründung der Bibliothek wollten Darmstädterinnen wichtige Bücher zur Frauengeschichte und zur Geschichte der Frauenbewegung aus den Nachlässen verstorbener Mitglieder aufbewahren und sie für die nachfolgenden Generationen zugänglich machen. Die Gründerinnen der Bibliothek betreuten den anwachsenden Bücherbestand ehrenamtlich; erst in Privaträumen, später im Kennedy-Haus, wo damals die Deutsch-Amerikanische Bibliothek untergebracht war (heute Literaturhaus).

 

1981 wurde die Bibliothek für Frauenfragen nach einem Beschluss des Vorstandes des Darmstädter Ortsrings mangels Räumlichkeiten und Betreuerinnen an die Ortsgruppe des Frauenrings in Hamburg abgegeben, wo sie in der dortigen Universitätsbibliothek eine neue Bleibe fand. In den folgenden Jahren haben die Mitglieder des Hamburger Frauenrings den Bücherbestand katalogisiert und durch Kauf von zahlreichen Bänden erweitert. Im Jahre 1994 kündigte die Universitätsbibliothek wegen Eigenbedarf die vermieteten Räume. Da die Hamburgerinnen keine Alternative für die Unterbringung fanden, mussten sie die Bibliothek nach einem 15jährigen erfolgreichen Wirken aufgeben. 1994 startete der Bundesvorstand des Deutschen Frauenrings einen Aufruf mit der Frage, welcher Mitgliedsverband Interesse habe, die Bibliothek zu übernehmen.

 

Unter dem Vorsitz von Elisabeth Knopp beschloss der Vorstand des Darmstädter Frauenrings den auf ca. 4.000 Bände gewachsenen Bücherbestand wieder zu übernehmen. Durch die Unterstützung der Stadt konnte am 29. Mai 1998 die Bibliothek unter dem neuen Namen „Luise-Büchner-Bibliothek des Deutschen Frauenrings e.V.“ im neu geschaffenen Literaturhaus feierlich eröffnet werden. Als gelernte Bibliothekarin übernahm Agnes Schmidt, zu dieser Zeit zweite Vorsitzende des Ortsrings, die Leitung der Bibliothek. Sie und ihre Mitarbeiterinnen betreuen seitdem ehrenamtlich den wachsenden Bücherbestand.

 

Luise-Büchner-Bibliothek

 

Die Luise-Büchner-Bibliothek hat zwei Schwerpunktaufgaben:

 

a) Sammeln antiquarischer und neuer Bücher zur Geschichte der Frauen und der „ersten“ Frauenbewegung, die in den Bibliotheken Südhessens selten oder nicht vorhanden sind,

b) Förderung der außeruniversitären Bildungsarbeit durch Publikationen und Veranstaltungen zur Geschichte der Frauen und der Frauenbewegung.

 

Kooperation und Unterstützung

 

Die Stadt Darmstadt unterstützt die Luise-Büchner-Bibliothek mit der mietfreien Unterbringung im Literaturhaus. Für Veranstaltungen kann außerdem der Vortragsraum des Hauses mietfrei genutzt werden. Über das Darmstädter Frauenbüro erhält die Bibliothek einen  jährlichen Betriebs­kosten­zuschuss, der je nach Finanzlage der Stadt unterschiedlich hoch ausfällt.

 

Die im Jahre 2010 gegründete Luise Büchner-Gesellschaft e.V. veranstaltet in enger Zusammenarbeit mit der Bibliothek Vorträge, Lesungen und andere Veranstaltungen über die Geschichte der Frauen und der Frauenbewegung. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Frauen allgemein und zu Luise Büchners Leben und Werk.