bisherige Preisträgerinnen

 

 

Luise-Büchner-Preis für Publizistik

 

DIE BISHERIGEN PREISTRÄGERINNEN

 

2019:   Margarete Stokowski

Luise Büchner-Preisträgerin 2019: Margarete Stokowski

Aus der Begründung der Jury: Die in Polen geborene, in Deutschland aufgewachsene Journalistin Margarete Stokowski veröffentlicht seit 2009 Artikel, Essays und Bücher. Schwerpunktthema ihrer Arbeit ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Mit scharfem Blick analysiert sie in ihren Texten Widersprüche in den Beziehungen zwischen Frauen und Männern, die in unserer vermeintlich egalitären Gesellschaft immer noch vorhanden sind. Ihre Kolumnen zeichnen sich durch gründliche Recherchen aus, sie sind oft frech und ironisch, aber nie verletzend.

Margarete Stokowski hat alles im Blick: Sowohl die ungleiche Macht-, Geld- und Karriereverteilung als auch den Umgang mit Sex und die Körper der Geschlechter. Das sind Themen, über die zu Luise Büchners Zeiten selten gesprochen und erst recht nicht geschrieben wurde. Bei allem Gegenwartsbezug ihrer Artikel weiß Margarete Stokowski genau, dass „unsere heutige Freiheit den Kämpfen derer zu verdanken ist, die darauf bestanden haben, dass noch nicht alles gut ist, und die sich nicht einschüchtern ließen von Leuten, die ihnen erzählten, sie seien zu verbittert, zu naiv oder komplett verrückt“. Mit diesem Gedanken trifft sie die Haltung Luise Büchners, die in einer längst vergangenen Welt den Mut bewiesen hat, vorsichtig aber energisch auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hinzuweisen.

Der Preis wurde am 24. November 2019 in Darmstadt übergeben.

⇒  Link zu Margarete Stokowskis Preisrede

 

2018:  Julia Korbik

Luise Büchner-Preisträgerin 2018: Julia Korbik,
Foto (c)Lars Mensel

Aus der Begründung der Jury: Julia Korbik ist eine moderne Feministin, die für ihren Einsatz für Frauenrechte neben konventionellen Mitteln auch neue Formen der Kommunikation und Publizistik nutzt. So erreicht sie in kürzester Zeit virtuell Tausende, während Luise Büchner noch ganz auf Buchdruck, Zeitschriften und persönlichen Vortrag angewiesen war. In der Sache der Frauenrechte, im Einsatz gegen Ungleichbehandlung und Diskriminierung steht Julia Korbik allerdings ganz unmittelbar in Luise Büchners Nachfolge, indem sie die eigene Stimme als Instrument der Aufklärung erhebt.“

 

2017:   Barbara Beuys

Luise Büchner-Preisträgerin 2017: Barbara Beuys

Aus der Begründung der Jury: „Barbara Beuys setzt sich seit vielen Jahren mit den ungewöhnlichen Lebenswegen von Frauen auseinander. Mit ihren fundierten historischen Arbeiten in journalistisch lebendiger Darstellung leistet Barbara Beuys einen wichtigen Beitrag zur Frauengeschichtsschreibung. Damit steht sie in der Tradition Luise Büchners, für die Schreiben und Reden über Geschichte ein wichtiger Teil ihrer publizistischen Arbeit war. Dies dient weiblicher Selbstvergewisserung ebenso wie dem Wissen darüber, dass Frauen einen unersetzlichen Anteil daran haben, Türen zum besseren Verständnis der Welt zu öffnen.“

 

 

2016:   Luise F. Pusch

Luise F. Pusch
Luise Büchner-Preisträgerin 2016: Luise F. Pusch

Aus der Begründung der Jury: „Als Wissenschaftlerin hat Luise Pusch der Frauenbewegung mit der feministischen Linguistik grundlegende Erkenntnisse und unersetzliche Anregungen gegeben. Als Hüterin und Vermehrerin des Schatzes weiblicher Biografien ist sie zu einer Institution weiblichen Selbstverständnisses geworden. Als Publizistin trägt sie zu einer Welt bei, in der Vernunft und Gleichberechtigung die Grundlage menschlichen Zusammenlebens werden sollen. Damit steht sie in der Tradition Luise Büchners, für die die weltbewegende Kraft von historischer Kompetenz und kritischer Publizistik Werkzeug des Fortschritts war.“

 

 

2015: Barbara Sichtermann

Luise Büchner Preisträgerin 2015: Barbara Sichtermann

Aus der Begründung der Jury: Die 1943 in Erfurt geborene Publizistin und Autorin Barbara Sichtermann ist seit 1978 freie Schriftstellerin. Ihre Veröffentlichungen (in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen) stellen sich mit erfrischend moderner Sicht scheinbar klassischen Frauenfragen und rücken diese dahin, wohin sie gehören: in die Mitte der öffentlichen Diskussion.

 

 

2014: Lisa Ortgies

Luise Büchner Preisträgerin 2014: Lisa Ortgies

Aus der Begründung der Jury: Lisa Ortgies moderiert seit 1997 die WDR-Sendung „FrauTV“. Dort gelingt es ihr stets, informativ und aufklärerisch die noch immer fehlende Chancengleichheit, ungleiche Bezahlung, die Probleme alleinerziehender berufstätiger Mütter, Gewalt gegen Frauen und die Berufswahl junger Mädchen zu thematisieren und dabei  klar feministische Position zu beziehen.

 

 

2013: Julia Voss

Luise Büchner Preisträgerin 2013: Julia Voss

Aus der Begründung der Jury: In Beiträgen zur Kunst- und Wissenschaftsgeschichte stellt sich Julia Voss kundig den weithin verbreiteten Vorurteilen gegen künstlerisch arbeitende Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Regelmäßig macht sie auf „vergessene“ Künstlerinnen außerhalb des offiziellen Kunstbetriebs und der etablierten Kunstinstitutionen aufmerksam.

 

 

2012: Bascha Mika

Luise Büchner Preisträgerin 2012: Bascha Mika Foto: Anja Weber

Aus der Begründung der Jury: Bascha Mika beobachtet mit präzisem und scharfem Blick die Widersprüche der Geschlechterverhältnisse unserer Zeit. In ihren Artikeln, Büchern und Vorträgen weist sie nicht nur auf die strukturellen Hindernisse der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern hin, sondern macht auch auf die unbequeme Wahrheit aufmerksam, dass Frauen oft selbst der Faszination traditioneller Rollen erliegen und ihrer eigenen Selbstbestimmung im Wege stehen.