Bibliotheksgespräch am 26. März 2026
Es war wieder eine gelungene Veranstaltung, arrangiert von Agnes Schmidt und Christine von Prümmer und gut besucht: Im Besprechungsraum gegenüber der Luise-Büchner-Bibliothek waren alle Plätze besetzt.

Thema des Abends war Luise Büchners Roman „Das Schloss zu Wimmis“.
Luise Büchner hatte das Schloss zu Wimmis am Thunersee während einer ihrer Reisen zum Grab ihres früh verstorbenen Bruders Georg besucht und wurde dort zum Schreiben ihres Romans angeregt.
Der 1864 erschienene Roman schildert die in eine Rahmenhandlung eingebundene Geschichte der Bewohner des Schlosses Wimmis und deren tragisches Schicksal vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Schweiz Mitte des 19. Jahrhunderts einerseits und der eindrucksvollen Landschaft des Berner Oberlandes andererseits.

Thema des Romans „Das Schloss zu Wimmis“ ist, wie in vielen Romanen des 19. Jahrhunderts, die Verheiratung von Frauen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts, d.h. die durch den Vater arrangierte Ehe.
Der Vogt Rudi von May ist Vater von sechs Töchtern, von denen vier bereits verheiratet sind. Constanze, die Älteste seiner Töchter ist eine gebildete und außergewöhnlich schöne, aber körperlich behinderte Frau und kann das Schloss nur selten verlassen. Außer der jüngsten Tochter Mathilde sind alle Töchter bereits verheiratet. Mathilde wurde vor Kurzem zum Erlenen der französischen Sprache in die Westschweiz geschickt.
Constanze hat wegen ihres kranken Beines keine Chance auf dem Heiratsmarkt, was ihr Vater immer wieder brutal betont. Er heckt eine Intrige aus, um das Interesse eines standesgemäßen Bräutigams für die jüngere Tochter trotz deren vorübergehender Abwesenheit zu wecken.
Spannend und emotional berührend beschreibt Luise Büchner die Situation der Schwestern, die – ohne es zunächst zu wissen – beide in denselben Mann verliebt sind.
Die ältere Schwester Constanze macht sich trotz ihrer Behinderung Hoffnungen auf eine Verbindung mit dem jungen Mann, der auf Einladung des Vaters den Sommer über Gast auf Schloss Wimmis ist und, wie sie glaubt, ihr den Hof macht.
Die jüngere Schwester Mathilde verbringt währenddessen einige Monate in der Westschweiz und wird vor ihrer Rückkehr nach Wimmis als Debütantin in die Gesellschaft eingeführt. Dabei lernt sie auf Betreiben des Vaters eben diesen jungen Mann kennen und lieben, den der Vater, ein patriarchalischer Landvogt, für sie und nicht für ihre Schwester ausgesucht hat.
Der dadurch für die beiden entstandene Konflikt endet für beide tragisch.
Autorinnen: Johanna Bär, Christine von Prümmer