Luise-Büchner-Preis für Publizistik

 

Mit dem 2012 etablierten Preis sollen Autorinnen und Autoren ausgezeichnet werden, die in Artikeln und/oder Büchern die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Gegenwart aufdecken und Wege zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft aufzeigen.

Der Preis ist dotiert mit einer Geldsumme von 2.500 Euro sowie mit der Gestaltung einer ganzen Zeitungsseite des Darmstädter Echo in Abstimmung mit dessen Redaktion. Damit soll der Preisträgerin oder dem Preisträger die Möglichkeit eröffnet werden, sich der Öffentlichkeit unabhängig von einem redaktionellen Auftrag vorzustellen. Das Preisgeld wird vom Lions-Club Darmstadt-Louise Büchner zur Verfügung gestellt.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine mindestens siebenköpfige Jury, die der Vorstand der Gesellschaft beruft. Neben drei Beauftragten des Vorstandes gehören ihr jeweils ein/e Vertreter/in der Stadt Darmstadt, des Darmstädter Echo und weitere publizistisch tätige Personen an. Der Preis soll jährlich zum Todestag von Luise Büchner (28. November) oder zeitnah vergeben werden. Die PreisträgerInnen vergangener Jahre werden eingeladen, die Jury mit Hinweisen und Vorschlägen zur Auswahl der neuen Preisträgerin oder des neuen Preisträgers zu unterstützen. Der Preis wird in Darmstadt vergeben.

 

AKTUELLE PREISTRÄGERIN

Luise Büchner-Preisträgerin 2019: Margarete Stokowski

Luise Büchner-Preisträgerin 2019: Margarete Stokowski

Aus der Begründung der Jury: Die in Polen geborene, in Deutschland aufgewachsene Journalistin Margarete Stokowski veröffentlicht seit 2009 Artikel, Essays und Bücher. Schwerpunktthema ihrer Arbeit ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Mit scharfem Blick analysiert sie in ihren Texten Widersprüche in den Beziehungen zwischen Frauen und Männern, die in unserer vermeintlich egalitären Gesellschaft immer noch vorhanden sind. Ihre Kolumnen zeichnen sich durch gründliche Recherchen aus, sie sind oft frech und ironisch, aber nie verletzend.
Margarete Stokowski hat alles im Blick: Sowohl die ungleiche Macht-, Geld- und Karriereverteilung als auch den Umgang mit Sex und die Körper der Geschlechter. Das sind Themen, über die zu Luise Büchners Zeiten selten gesprochen und erst recht nicht geschrieben wurde. Bei allem Gegenwartsbezug ihrer Artikel weiß Margarete Stokowski genau, dass „unsere heutige Freiheit den Kämpfen derer zu verdanken ist, die darauf bestanden haben, dass noch nicht alles gut ist, und die sich nicht einschüchtern ließen von Leuten, die ihnen erzählten, sie seien zu verbittert, zu naiv oder komplett verrückt“. Mit diesem Gedanken trifft sie die Haltung Luise Büchners, die in einer längst vergangenen Welt den Mut bewiesen hat, vorsichtig aber energisch auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hinzuweisen.

Der Preis wird im November 2019 in Darmstadt übergeben.